(…) Über “Heimat” wird man Bücher schreiben und der Rahmen dieser kurzen Kritik erlaubt uns kaum, auf alle Details der sechzehnstündigen Chronik einzugehen

(…) Es ist bisher fast charakteristisch für die Autoren im Neuen Deutschen Film, daß es ihnen ungemein schwerfiel, Geschichten zu erzählen und Menschen in Szene zu setzen, die nichts als ihre Gefühlskälte auf der Leinwand ausbreiteten – Romantik und Epik waren verpönt (…) „Heimat“ feiert die Rückkehr zur (fast) klassischen Narration, zur ausgefeilten Dramatik und zum realistischen Spiel der Schauspieler, „Heimat“ ist von der Bildgestaltung und dem cleveren Wechsel von Farbe und Schwarzweiß zum plastischen Juwel geworden, dessen Konzeption einmalig ist.
Die Arbeit des Ausstatters, der Hunsrückdörfer von heute ins „historische“ Schabbach verwandeln musste, die hervorragende Arbeit an der Kamera von Gernot Roll, die kraftvolle Musik von Nikos Mamangakis als Kontrapunkt zu den oft intimistischen Szenenfolgen und das Zusammenspiel von professionellen Darstellern und Laienschauspielern geben dem Film einen menschlichen Tiefgang, der fast unbeschreiblich ist.

 

 

 

 

Ein Hauch Glückseligkeit“, in: TAGEBLATT, Luxemburg, 25.1.85