(…) Edgar Reitz hat es gewagt, was so viele seiner Kollegen auch wollten und sich nicht trauten, nämlich in die „Mitte der Welt“ zu gehen (so heißt übrigens ein Kapitel seines Epos).



Das zweite Münchner Filmfest ist ein überraschend großes Fest fürs Kino geworden



(…)„Heimat“ erinnert an nichts, das man schon kennt. Das macht den Film einmalig, unverwechselbar.

HEIMAT läuft im Sommer 1984 im Wettbewerbsprogramm (außer Konkurrenz) bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig und erhält auf dem Festival den FIPRESCI Preis der Internationalen Filmkritik



(…) Das erste Verdienst von HEIMAT besteht darin, dass es uns die Geschichte durch Ereignisse und Gefühle erleben lässt, durch ein Verfahren, in dem das Persönliche sich ständig auf das Gesamt bezieht, und umgekehrt (…)

 

(…) HEIMAT ist eine lange Geschichte, eine Geschichte für die Familie, ein Abenteuer, das aus winzigen und irdischen Erinnerungen besteht (…)“

 



(…) HEIMAT ist eine seltene Episode, rührende Schönheit, ein einfacher Baum mit bedeutungsvollen Blättern,

(…) Stellen Sie sich ein “Novecento” im grünen Rheinland vor, wo die Geschichte, genau wie in dem kolossalen Film von Bertolucci, in den Geschichten lebt und unvermeidlich aber leise erscheint:



HEIMAT (…) hinterlässt den Eindruck eines Volkes, das bewusst mit dem Schicksal seines Landes verwickelt ist, das bis zu einem gewissen Grad dieses Schicksal sogar selbst geschmiedet hat, egal wo dieses Volk lebt: Im Zentrum oder in der Peripherie, in der Stadt oder auf dem Land.



I wrote in my first report from Venice that no matter how much critics grumbled about a poor festival, someone was bound to find an unexpected masterwork hidden in the programme.



Wenn man auf der Landkarte eine Linie von Paris nach Berlin zieht, läuft sie durch das Dorf Schabbach im Hunsrück. Und wenn man eine Linie vom Nordpol zum Südpol zieht, läuft sie ebenfalls durch Schabbach. Ihr Dorf, so erklären es sich die alten Schabbacher, liegt also, mag es auch klein, ärmlich, rückständig sein, in der Mitte der Welt.



Auf die Frage, was Heimat sei, antworten die einen: das Paradox der Hoffnungsphilosophie von Ernst Bloch, und die anderen: ein Film mit Zarah Leander.



Regisseur Reitz geht wie ein ungeheuer empfindlicher Seismograph vor, der noch die fernsten, untergründigsten Erschütterungen wahrnimmt.



Edgar Reitz´ und Peter Steinbachs HEIMAT-Filmepos wurde von den Kino-Journalisten noch höher in den Himmel gehoben als die Fassbinder-Serie, nachdem sie es in München oder Venedig auf der Leinwand gesehen hatten.



Seit Mitte September sitzen die Hunsrückbauern sonntags und mittwochs mit besonderer Neugier und Skepsis vor den Fernsehgeräten: Was das Ding ihnen da ins Haus bringt, ist keine fremde Welt, sondern die eigene. Einer von ihnen, ein lange verlorener Sohn, endlich auf Zeit heimgekehrt, hat die Serie "Heimat" gemacht, mit ihnen und über sie.



Durch die Heimat-Chronik aus dem Hunsrück hat das Wort Heimat nun auch im Fernsehen wieder etwas von der schlichten Göße bekommen, die seit jeher diesem Wort anhaftete.



Die Zuschauer, die HEIMAT, in zwei lange Kinonächte geteilt, in diesem Sommer beim Münchner Filmfest sahen, jubelten. Als Edgar Reitz´ Riesenwerk dann beim Festival in Venedig aufgeführt wurde, war es quasi amtlich: HEIMAT ist das Summum opus des neuen deutschen Films.



Ein kleines Dorf im Hunsrück bewegt zur Zeit die Fernsehnationen: das Dörfchen Schabbach, das es in Wirklichkeit nicht gibt.



Seit dem 16. September sind wir nun im Hunsrück zu Hause. Wir leben auf vertrautem Fuße mit den Simons, den Wiegands und dem Glasisch-Karl, schauen gebannt Maria zu beim Älterwerden und ertragen auch die abenteuerlichsten Ungereimtheiten der sanften Dorfchronik mit der heiteren Gelassenheit eines Heimatgetriebenen.



Würde ein Lebewesen von einem fernen Planeten uns die Frage stellen, welche Filme man sehen müsste, um Auskunft zu bekommen über Deutschland im 20. Jahrhundert, so würde der Heimat-Zyklus von Edgar Reitz wohl zu den wichtigsten Empfehlungen gehören.



Wenn es um „Heimat“ geht, muss ich persönlich werden. Oft werde ich als Kritiker gefragt, welches für mich der beste Film aller Zeiten sei. Ohne zu zögern, antworte ich: „Das ist kein Film, das ist eine TV-Serie.“



Dies ist kein Film der Realitäten abbildet. Dies ist das Produkt einer aus den Realitäten aufblühenden Phantasie.



Wenn ein Wort plötzlich in aller Munde ist, tauchen neben den Missverständnissen auch allerlei Wortspiele auf. So könnte man zur Zeit von einem Reitz-Klima sprechen, das nach dem Abschluss der elfteiligen HEIMAT-Serie des Regisseurs und Autors Edgar Reitz entstanden ist.

(…) HEIMAT ist der wichtigste Film, der in Westdeutschland seit dem 2.Weltkrieg gedreht wurde.



(…) Eimerweise Druckerschwärze wurde schon über Edgar Reitz’ 16-stündigem Epos „HEIMAT“ vergossen und doch haben keine Worte den Geist und die Stärken dieses Films so gut einfangen können wie der einfache Katalog an Ingredienzen, der in seiner Einführungsbroschüre aufgelistet wurde.

 

KENSINGTON AND CHELSEA TIMES

“With a film, sponsored by West German TV, and having a playing time of some fifteen hours (no – this is no misprint) you would be excused if you thought it the German reply to ‘Dallas’ or ‘Dynasty’.


(…) The writer-director Edgar Reitz, a signatory exactly 23 years ago of that call to arms of the New German Cinema, the Oberhausen Manifesto, orchestrates this story with measured surety over 15 hours and 40 minutes.

THE CINEMA

Edgar Reitz’ film is an astonishing feat…



If you have a minute to spare, I would like to tell you about a remarkable new film.

COVENT GARDEN COURIER

(…) Die Times hat “HEIMAT” berechtigterweise den (inoffiziellen) Titel des Besten Neuen Films jeglicher Herkunft des Jahres 1984 verliehen.

VOIR

Das ist der Film, von dem wir schon lange geträumt haben. Stellen Sie sich ein romanhaftes Gemälde mit etwa zehn Personen vor, deren Wege sich fast ein halbes Jahrtausend lang kreuzen.



Europa hat „Dallas“ geschlagen. Hat Amerika auf seinem ureigensten Gebiet besiegt.



HEIMAT, oevre novatrice, lucide, inspirée, sur le pays natal, la patrie historique et affective, est le grand film allemand de siècle.



(…) Eine der Hauptqualitäten von HEIMAT, ja vielleicht die bedeutungsvollste, liegt in der meisterhaften Handhabung des szenischen Aufbaus.



(…) Wovon der Film handelt, geben die Worte von Reitz wieder, das, was sein Film erreicht: er handelt vom “Fortgehen und von der Rückkehr;



(…) Über “Heimat” wird man Bücher schreiben und der Rahmen dieser kurzen Kritik erlaubt uns kaum, auf alle Details der sechzehnstündigen Chronik einzugehen



(…) Auf der Suche nach seiner Herkunft ist Edgar Reitz auf die von ganz Deutschland gekommen.



(…) Nach einer Generation von Cineasten, gemartert vom Schuldgefühl, die die Fehler ihrer Väter wie einen Fluch getragen haben, jetzt endlich vom deutschen Standpunkt aus das alltägliche Leben im Rhythmus von Arbeit und Jahreszeiten erzählt.



(…) dieses Meisterwerk ist nicht nur eine Familiengeschichte, es ist auch ein Gegenwarts-, ein historisches Epos, das sich vom Ersten Weltkrieg bis in unsere Tage erstreckt (…)